Kernige Kunst erzählt Geschichten aus dem Leben

Flachsmarkt rund um Burg Linn

Kirschkernkunst-004Künstler Michael Heinzmann mag nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt werden. Der 39-Jährige lässt sich gerne inspirieren, jedes Material und jede Technik ist ihm willkommen. „Nur so bleibt Kunst doch spannend“, ist Heinzmann überzeugt. Dennoch haben seine Werke einen unverwechselbaren Kern. Und das im wahrsten Wortsinn: Zentrales Element und Markenzeichen seiner Arbeiten sind Kirschkerne, die er mit Draht zu kleinen Figuren fertigt, und die im Zusammenspiel mit anderen Objekten oder Bildern kleine Geschichten aus dem Leben erzählen. Wer mehr über diese Geschichten erfahren möchte, sollte von Samstag, 14., bis Montag, 16. Mai, den Krefelder Flachsmarkt besuchen.

 

Das Besondere an den Kunstwerken des gelernten Kachelofen- und Luftheizungsbauers aus Villingen-Schwenningen: Die Drahtmännchen mit Kirschkernkopf sind nicht fest mit dem Untergrund verbunden, sondern halten die Balance auf den unterschiedlichen Objekten. So klein der Fruchtkern auch ist, für Michael Heinzmann bietet er genügend Arbeitsfläche, um diesem einen eindeutigen Gesichtsausdruck zu verleihen. Präzise schleift und schnitzt er Augen und Mund in das kleine „Steinchen“. Seine Objekte kommen an: Sowohl Windspiele als auch Skulpturen – beides zeigt Heinzmann auch auf dem Flachsmarkt – erfreuen sich großer Beliebtheit.
DKirschkernkunst-001ass seine Kunst einzigartig ist, hat der 39-Jährige übrigens amtlich: Seine „Windspiele mit Figuren im Gleichgewicht“ (Mobiles zum Aufhängen) sind mit einem Gebrauchsmuster geschützt, die Kirschkernköpfe unterliegen dem Designschutz.

Doch wie kommt man auf die Idee, ausgerechnet aus Kirschkernen Kunst zu machen? Angefangen hat alles mit aufwändigen Mosaikarbeiten. Während der Wirtschaftskrise 2009 hat Michael Heinzmann schließlich mit Gips und Draht experimentiert. „Ich habe gute Musik gehört und meine ersten Windspiele erschaffen“, erinnert sich der Schwarzwälder. Dabei sei ihm der Gedanke gekommen, eine Drahtfigur auf einem geometrischen Körper auszubalancieren und diese dann stabil ins Gleichgewicht zu stellen. Als Kopf sei dann irgendwann ein geschnitzter Kirschkern ins Spiel gekommen. „So habe ich mit der „Kirschkernkunst meinen persönlichen Stil und meine Berufung gefunden“, sagt Heinzmann.