Intarsienarbeiten aus Holz


Die Liebe zu Holz hat Rolf Schuster sein ganzes Leben begleitet. Als gelernter Zimmermann hat er täglich mit diesem Werkstoff gearbeitet, und auch im Ruhestand widmet er einen großen Teil seiner Zeit dem Naturmaterial: Der 64-jährige fertigt Intarsienarbeiten. Wie sich die Einzelteile aus Holz zu kleinen Kunstwerken zusammenfügen, demonstriert Schuster von Samstag, 19., bis Montag, 21. Mai, erstmals beim Flachsmarkt auf Burg Linn.

Den Besuchern bietet der Mülheimer einen Überblick, auf was er sich spezialisiert hat. So finden Interessierte an seinem Stand zeitgemäße Tisch- und Wanddekorationen sowie kleine Schmuckstücke im Intarsienlook. „Als Intarsien bezeichnete man ursprünglich die Technik, dünne und auch farbige Holzplättchen in ein Massivholz einzuarbeiten“, erläutert Schuster. Bringe man dagegen diese Holzplättchen auf eine Trägerplatte auf, spreche man von Marketerie. Im Sprachgebrauch hat sich dieser Begriff allerdings nicht durchgesetzt.

Bereits die alten Hochkulturen kannten Techniken zur Verzierung von Holzgegenständen. Der Fund eines mit Einlegearbeiten verzierten Holzsarges lässt darauf schließen, dass die Furniertechnik vermutlich um vor 3000 v. Chr. in Ägypten entwickelt wurde. Über verschiedene Wege gelangte das Handwerk nach Europa, wo vor allem die Mauren in Andalusien für eine weitere Verbreitung sorgten. Die Blütezeit der Holzintarsien war sicherlich während der Renaissance. Reiche Kaufleute ließen sich prachtvolle Betten, Tische und Schränke herstellen, deren Preis nicht selten den Wert eines Hauses hatte.

Zu seinem ungewöhnlichen Hobby hat Rolf Schuster übrigens zufällig gefunden. „Ich war schon im Ruhestand, als ich einen befreundeten Schreinermeister besucht und dort einfache Intarsienarbeiten gesehen habe“, erinnert sich der 64-Jährige an den ersten „Kontakt“ mit dem Kunsthandwerk. Damit waren Interesse und Neugier geweckt. Also hat sich der ehemalige Zimmermann im Internet schlau gemacht und ist auf die Intarsienschule Echtermann in Mermuth (Hunsrück) gestoßen. „Dort habe ich dann mehrere Schulungen besucht“, erzählt Rolf Schuster. Seitdem fertig er eigene Motive in dem dort gelehrten Stil an.