Durchblick mit Naturhornbrille


Vor rund 700 Jahren waren es italienische Mönche, die den Halbedelstein Beryll – daher das Wort Brille – dazu nutzten, um ein Vergrößerungsglas und damit eine Sehhilfe zu schaffen. Weitere 200 Jahre vergingen, bis eine Brille ähnlich der heute bekannten Form gefertigt wurde. Seitdem hat die Sehhilfe nicht nur funktionalen Charakter, sondern ist zum modischen Accessoire avanciert. Auf ganz besondere, handgefertigte Gestelle versteht sich Augenoptikermeister Georg Bruns und sorgt damit auf dem Linner Flachsmarkt für Durchblick.

An seinem Stand rückt der 53-jährige Krefelder vor allem handgefertigte Fassungen aus Naturhorn in den Blickpunkt. Die Rückkehr zur Verwendung natürlicher Materialien ist für ihn nicht ausschließlich ein Modetrend. Neben dem Gedanken der Nachhaltigkeit sprechen gute Gründe für die Verwendung des Horns Asiatischer Wasserbüffel: „Das Material ist einzigartig in seiner Struktur, für Allergiker gut geeignet und besonders angenehm auf der Haut“, zählt Georg Bruns die Vorteile auf.
Dabei ist Naturhorn nichts Neues. Seit Jahrzehnten als Material für Brillenfassungen bekannt und bewährt musste es dem modernen Kunststoff in den letzten Jahren den Vortritt lassen. Dabei bieten Naturhornfassungen ein hohes Maß an Individualität und können als Einzelanfertigungen individuell angepasst werden. Allein: Naturhornfassungen verlangen ein hohes Maß an Erfahrung im Umgang mit dem Material, sie müssen mit sehr viel Liebe und Sachverstand angepasst werden.

In seinen Krefelder Geschäften „die brille“ bietet er die handgefertigten Naturhornfassungen seit Februar an. Darüber hinaus führt Bruns ein breit gefächertes Sortiment an Brillenfassungen, die in Deutschland oder Europa handgefertigt werden. „Zudem kümmern wir uns verstärkt um Kinder- und Gleitsichtbrillen sowie die Lösung von Unverträglichkeiten und komplexen schwierigen optischen Versorgungen“, umreißt Georg Bruns seine Tätigkeitsschwerpunkte.
Zur Ausbildung zum Augenoptiker fand er nach dem Abitur – auf der Suche nach einem Beruf, in dem er handwerkliche Kreativität, Kundenkontakt sowie mathematisch-geometrisches Talent ausspielen konnte. „Neben dem Augenarzt misst auch der Augenoptikermeister die benötigte Stärke bei Menschen mit Fehlsichtigkeit, auf dieser Basis berät er Kunden hinsichtlich der optimalen Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen sowie einer optisch und modisch geeigneten Fassung“, erläutert der Krefelder, der die Brillen in der betriebseigenen Werkstatt fertigt. Hier werden Gläser geschliffen und in Fassungen eingearbeitet. Auch einfache Reparaturen wie Austausch von Brillenteilen oder Lötungen werden ausgeführt.