1974 – wie alles begann

1974 trafen sich einige Linner Bürger bei Else Winkmann in der Wirtschaft „Be de Bur“ und unterhielten sich unter anderem über den desolaten Zustand der Altstadt Linn. Sie kamen zu dem Ergebnis: In Linn läuft nicht viel – hier muss sich etwas ändern!

Was lag näher, als auf dem Andreasmarkt wieder einen Markt abzuhalten, der Linn wie früher überregional in die Schlagzeilen bringt und der Besucher von auswärts in die Altstadt lockt.

Und da man schon am Andreasmarkt saß, der laut Auskunft eines Schildes den historischen Flachsmarkt bis 1903 beherbergt hatte, war der Name und das Angebot des Marktes definiert: Es sollte wie in alten Zeiten ein Markt sein, der altes Handwerk bot und wo man alte Handwerksprodukte erwerben konnte.

Theo Stevens, Mitglied der historischen Gruppe und Kurfürst des Linner Burg-, Heimat- und Trachtenfestes, sah sich schon in der Rolle der Empfangsperson, Lutz Lohmann erkannte als Metzgereiinhaber sofort die Vorteile eines Marktes für sein Metier. Und Helmer Raitz von Frentz – Landschaftsarchitekt – und Hartmut Hauser – Schornsteinfegermeister – machten Nägel mit Köpfen und maßen den Marktplatz auf. 24 Stände hatten bequem Platz und auch die Gastronomie konnte zusätzlich untergebracht werden.

Damit war 1974 die Idee des Flachsmarktes neuer Zeitrechnung geboren. Es fehlten allerdings noch: Handwerker, Marktstände, Hilfskräfte aus Linn für die Umsetzung, eine Strategie, die Flachsmarktidee der Stadt Krefeld näherzubringen und ein geeigneter Termin. Denn der alte Markt am Geburtstag des hl. Andreas fiel in die kalte Novemberzeit und hätte gewiss wenig Resonanz gefunden. Und so einigte man dich auf einen früheren Termin und plante den ersten Flachsmarkt der Neuzeit für Samstag, den 4. Oktober 1975 auf dem Andreasmarkt. Nun hatte man ca ein Jahr Zeit alles weitere zu planen.

Die Haupt- Initiative kam weiterhin von den beiden Linner Bürgern Hartmut Hauser und Helmer Raitz von Frentz, sie planten ein knappes Jahr lang, sie führten Gespräche mit dem Linner Industriellen Leopold Wahlefeld, der das Vorhaben finanziell unterstützte. Sie nahmen Kontakt auf zum Werbeamt der Stadt Krefeld in Person des Verkehrsdirektors Herbert Maeger. Der wiederum kannte einen Pool holländischer Handwerker mit alten Handwerkskünsten, die Interesse zum Kommen bekundeten. Und die restlichen Stände wurden mit Fachkräften des näheren Niederrheins besetzt.

Im Mittelpunkt des Marktes stand von Anfang an die Demonstration alter Handwerke und Fertigkeiten. Ziel war, dass die Zuschauer Althergebrachtes sahen und verstehen lernten. So plante man Schmied, Küfer, Klompenmacher, Korbflechter, Steinbildhauer, Instrumentenstimmer, Blumenbinder, Scherenschneider und Zylindermacher zum ersten Flachsmarkt nach Linn zu holen.

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