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Flachsmarkt 2014

Handwerker, Ritter & Musikanten rund um Burg Linn nl50 en50

Handwerker, Ritter und Musikanten präsentieren sich von Samstag, 7., bis Montag, 9. Juni 2014 (Pfingsten) zum 39. Mal auf dem Flachsmarkt in Krefeld. Der traditionelle Handwerker-  und Erlebnismarkt rund um Burg Linn bietet nicht nur niveauvolle Demonstrationen und Präsentationen verschiedenster Handwerkskünste, sondern auch ein attraktives Rahmenprogramm für die ganze Familie.
Unter den Handwerkern findet man auch Vertreter fast ausgestorbener Berufe, die ihre Techniken an allen drei Markttagen live vorführen. Die Zuschauer erleben unter anderem Flachsspinner, Handweber, Lehmbauer, Sattler, Seiler, Rüstungsschmied, Kettenhemdmacher, Perückenmacherin und Buttermacher bei der Arbeit. Dabei präsentieren sich die einzelnen Künstler und Handwerker mal modern, mal traditionell.
Schauen Sie den Handwerkern bei ihrer Tätigkeit über die Schultern und erfahren Sie mehr über die Arbeitsweisen, Ideen und Traditionen. Erleben Sie ein hohes Maß an Qualität, Vielfalt, Kreativität, Abwechslung und Professionalität.
Ihre Kinder werden an vielen Stellen mit in das Geschehen einbezogen und haben die Gelegenheit, selbst aktiv zu sein. Das Angebot ist vielfältig: es wird gedrechselt, getöpfert, gefilzt, geschmiedet, getrommelt und vieles mehr.

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Holzkunst – jedes Stück ein Unikat

Jesse CobbHolz ist der älteste Rohstoff der Geschichte. Seit  Jahrtausenden wird er zur Energiegewinnung, als Werkzeugmaterial und als Baustoff eingesetzt. Der Kunstdrechsler und Stammschnitzer Jesse Cobb sieht in dem nachwachsenden Rohstoff jedoch nicht nur den praktischen Nutzen. Er lässt in vielen seiner Arbeiten den Gebrauchs- mit dem Kunstgegenstand verschmelzen. „Woodart“ – Holzkunst nennt Cobb, das was er den Besuchern des 39. Flachsmarktes von Samstag, 7., bis Montag, 9. Juni 2014 (Pfingsten) auf Burg Linn präsentiert.

Schon seit seiner Kindheit interessiert sich der gebürtige US-Amerikaner für das Kunsthandwerk. Zunächst beschäftigte er sich vor allem mit Alabaster und Speckstein, dann entdeckte der 54-Jährige auch das Arbeiten mit Holz für sich. Ein Material, das einen besonderen Reiz hat, wie der im unterfränkischen Hesselbach beheimatete Kunsthandwerker findet. Holz sei warm und lebendig und im Gegensatz zu Stein leichter zu bearbeiten. Cobb drechselt und schnitzt Skulpturen aus verschiedenen Baumstämmen sowie Kugeln aus Wurzelstücken. Seine bevorzugte Holzart: Zwetschge. „Auch wenn Zwetschge mit der Zeit stark nachdunkelt, ist es doch eines der schönsten einheimischen Hölzer, die ich kenne“, so Jesse Cobb, der aus jedem Stück Holz ein Unikat entstehen lässt.

Darüber hinaus stellt Cobb auch kleine Schmuckstücke her. Silber, Gold und Edelsteine sucht man dabei allerdings vergeblich. Der 54-Jährige kombiniert Holz mit Metallelementen und Baumwollfäden und kreiert somit  einzigartige Kettenanhänger. Auch hier gilt: Jedes Stück ein Unikat.

Auch dem Flachsmarkt bringt der amerikanische Unterfranke den Interessenten vor allem Kunst des Drechselns näher. Zudem präsentiert er Skulpturen aus Baumstämmen, Kugeln aus Wurzelstücken sowie Holzschmuck und  hochwertige Kugelschreiber aus Holz.

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Sonderstempel der Post zum Flachsmarkt

Sonderpoststempel-2014Auch 2014 wird es wieder einen Sonderstempel der Post mit einem ganz speziellen Motiv auf dem Flachsmarkt geben. Das Sonderpostamt befindet sich auf der Ritterweise und dort erhalten zudem alle Besucher Postkarten mit verschiedenen Motiven vom Flachsmarkt.

Der Sonderstempel zeigt in diesem Jahr den Kurfürst vom Linn mit seinem Pagen und mit einem Töpfer, der an einer Töpferscheibe arbeitet. Den Hintergrund bilden die historischen Häuser des Andreasmarktes – dem Ort wo der historische Flachsmarkt statt fand.

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Vorbereitungen 2014 laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen für den kommen Flachsmarkt laufen auf Hochtouren: Die Linner Vereine und die Flachsmarkt-Helfer sind auch 2014 wieder bereit kräftig in die Hände zu spucken und rund um die Burg für drei Tage einen Handwerkermarkt entstehen zu lassen. Viele Dinge sind zu tun, dass sich der Burgpark und ein Teil der historischen Altstadt rund um die Burg Linn in das seit Jahren bekannte “Flachsmarktgelände” verwandeln.
Elektroinstallationen, Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, eine Beschallungsanlage, Zelte für das DRK und die Notfallversorgung, Feuerlöscher, ein Ordnungsdienst, Müllentsorung, zwei Fahrradwachen,…, das alles und noch vieles mehr will aufgebaut, vorbereitet und erledigt werden, damit ein sicherer und erlebnisreicher Flachsmarkt 2014 stattfinden kann.

Bereits zum Jahresbeginn wurden die Anträge für die diversen Genehmigungen bei der Stadt eingereicht – Sicherheitskonzept, Brandschutzkonzept, Baugenehmigung, diverse Katasterpläne und Übersichtspläne – alles in dreifacher Ausführung.

Viele und auch wieder neue Handwerker haben schon zugesagt, so dass die Standplätze in Kürze verteilt werden können.

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Flachsmarkt 2013 – der Rückblick

Krefeld Linn 01. Juli 2013: Wer nicht zum Flachsmarkt 2013 kommen konnte, kann hier ein paar Impressionen mit vielen schönen Fotos und Momentaufnahmen finden. Zum Rückblick Flachsmarkt 2013

Wir bedanken uns bei allen Handwerkern, Künstlern, Ausstellern, Gastronomen und natürlich allen Besuchern des diesjährigen Flachsmarktes, die Sie sich die Zeit genommen haben Linn und die Burg zu besuchen.

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Geschichten von Gold und Silber

Krefeld Linn 17. Mai 2013: „Schmuck dient der Schönheit wie auch seit Urzeiten der Sprache der Symbolik. Ob im religiösen Zusammenhang oder in emotionaler Bedeutung, wie z.B. im Trauring, liegt oft ein ganz persönlicher Wert in dem jeweiligen Schmuckstück”, so der Gold- und Silberschmiedemeister Thomas Heinz. Der 52-Jährige bringt die Ästhetik und Wertigkeit in seinen Arbeiten durch reduzierte Formensprache in der Gestaltung und ausgereifte Technik im Handwerk mit hohem Tragekomfort zum Ausdruck. Zum mittlerweile sechsten Mal präsentiert er den Besuchern des Krefelder Flachsmarktes vom 18. bis 20. Mai seine Handwerkskunst.

Die Technik, mit der Thomas Heinz heute das Edelmetall bearbeitet, haben schon Zunftkollegen vergangener Zeiten gekannt. So arbeitet er auch mit dem klassischen ‚Schmieden‘ – der Technik der Silberschmiede. Dabei wird das Edelmetall mit dem Hammer verformt und erhält so seine fließende Form. Die handwerklichen Fähigkeiten hat er während seiner Ausbildung zum Gold- und Silberschmied durch die Gestaltung und Fertigung von sakralen Gegenständen wie Messkelchen und Monstranzen erlernt. Denn: „Der Silberschmiede-Meister ist mit anderen Fertigkeiten vertraut als der Goldschmied”, erklärt Thomas Heinz, der nach der Ausbildung sowohl die Prüfung zum Goldschmiede-Meister als auch zum Silberschmiede-Meister abgelegt hat.

So findet sich das traditionsreiche Handwerk heute in der Kollektion aus dem Hause Heinz wieder. Mit einem weiteren Meister und einem Auszubildenden entwickelt Thomas Heinz in seiner Wahlheimat im Westerwald – vom hochwertigen Collier über den Ring bis zur Armbanduhr – individuellen Schmuck. Industrielle Rohlinge als Grundlage für seine Schmuckstücke suchen Kunden bei Thomas Heinz übrigens vergeblich. Dabei sind es vor allem Liebhaber des Außergewöhnlichen, die seine Kreationen schätzen und nach einem ersten Eindruck auf einem Kunsthandwerkermarkt gerne den Weg in sein Atelier zwischen Köln und Frankfurt finden.

Auf dem Flachsmarkt zeigt Thomas Heinz persönlich den Besuchern einen Ausschnitt seiner Kreationen. Darüber hinaus stellt er mit seinem Auszubildenden Interessierten die Prägetechnik vor und gibt einen Einblick in die Verarbeitung von Edelmetallen.

So können Besucher kleine Motive vorgeben, die dann mittels Draht in eine Metallfolie geprägt werden. Auf diese Weise erhalten die Gäste des diesjährigen Flachsmarktes einen Ansteckbutton aus Bronze, Messing oder Silber als bleibendes Erinnerungsstück an die Veranstaltung.

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Wie Blei die Welt veränderte: Buchdruck wie zu Gutenbergs Zeiten

Krefeld Linn 16. Mai 2013: In Zeiten von Computer und Digitaldruck ist der Beruf des Schriftsetzers fast ausgestorben. Es gibt nur noch wenige, die dieses Handwerk beherrschen. Die einzelnen Lettern spiegelverkehrt und auf dem Kopf stehend zu setzen, mit der richtigen Menge Farbe gleichmäßig und mit optimalem Druck so aufs Papier aufzubringen, dass am Ende ein Ergebnis steht, das nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch beeindruckt. Auf diese alte Kunst verstehen sich Willi Beck (Dachau) und Werner Hiebel (Garching). Zum ersten Mal präsentieren die beiden vom 18. bis 20. Mai auf dem Krefelder Flachsmarkt den Schriftsatz mit Bleilettern und demonstrieren damit Buchdruck wie zu Gutenbergs Zeiten.

In der kleinen Schauwerkstatt des Flachsmarktes stehen zwei alte Handabzugspressen sowie einige Setzkästen mit einzelnen Lettern – also Buchstaben – unterschiedlicher Schriften. Besucher dürfen nicht nur zuschauen, sondern sind auch eingeladen, mitzuarbeiten. „Interessierte erhalten die Gelegenheit, zu setzen und zu drucken“, verspricht Willi Beck, der sich nach der Ausbildung zum Schriftsetzer seinen Traum erfüllt hat, Grafik-Design zu studieren. Mit im Gepäck haben Beck und Hiebel darüber hinaus auch einige Schaustücke ihre Arbeit. Während Willi Beck Exemplare seiner Einzelblattdrucke ausstellt, zeigt Werner Hiebel einige seiner handgedruckten Bücher.

Beck_Bleisatz_5-oDass die beiden ihr Handwerk gemeinsam auf Kunsthandwerkermärkten einer interessierten Öffentlichkeit näher bringen, ist  – wie vieles im Leben – dem Zufall zu verdanken. „Vor etwa sechs Jahren haben wir uns auf einer Handpressendruckerausstellung in München kennengelernt“, berichtet der 62-jährige Beck. Aus der Zufallsbegegnung entstand eine enge Freundschaft unter Kollegen, die ihren Beruf mit Leidenschaft und Herzblut ausüben.

Im Gegensatz zu Willi Beck hat Werner Hiebel als Bankkaufmann seine Liebe zum Schriftsetzer- und Buchdruckerhandwerk erst spät entdeckt. Im Alter von 49 Jahren verabschiedete er sich aus der Welt der Zahlen und wandte sich den Lettern zu. In der Schule für Gestaltung in Basel (Schweiz) hat er sich zum Typografischen Gestalter ausbilden lassen. Im Anschluss daran wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und profitierte damals vom Umbruch in der Druckindustrie: „Es wurde auf Digital umgestellt, die Bleischriften wurden aussortiert“, erinnert sich Hiebel, der heute in seinem Verlag Officin Albis über mehrere Tonnen Bleischriften verfügt. Mittlerweile ist das Setzen und Drucken mit Bleilettern nicht überholtes Nischenhandwerk, sondern Kunstform. „Wir beweisen, dass wir auch mit Blei Schönes und Modernes schaffen“, betont Hiebel, der sich vor allem auf Lyrik-Bücher und Bücher für Kind gebliebene Erwachsene spezialisiert hat.