Die Historie des Flachsmarktes
Flachs im Tausch

erste offizielle Flachsmarkt-
Post von 1978
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Wie kam es zur Tradition des Flachsmarktes, die über Jahrhunderte aufrecht
erhalten wurde? Der Flachsmarkt entstand um 1315 als Linn zur Stadt erhoben
wurde. Mittelpunkt des damaligen Linn war der Andreasmarkt. Hierhin brachten die
Bauern ihren Flachs und tauschten ihn gegen Dinge des Alltages ein.
Pferdegeschirr, Töpfe, Pfannen und andere Haushaltswaren waren die
gebräuchlichsten Tauschobjekte jener Zeit. Der Flachsmarkt entwickelt sich
schnell zu einem Jahrmarkt, der außer regen Tauschgeschäften zwischen den Bauern
sowie den Händlern und Handwerkern auch der Volksbelustigung diente. Bald war
der Flachsmarkt in Linn so populär geworden, dass er in den vergangenen
Jahrhunderten viermal im Jahr stattfand.
Traditionen pflegen sich zu überleben - warum auch immer. Was den Linner
Flachmarkt anbetrifft, gab es für das Ende dieses verwurzelten Brauchtums um die
Jahrhundertwende eine ganz simple Erklärung. Als die Linner Bauern keinen Flachs
mehr anbauten, war das Schicksal des Flachsmarktes in seiner ursprünglichen
Bedeutung für immer besiegelt; der letzte Flachsmarkt fand 1903 statt und geriet
dann in Vergessenheit, bis 1974 einige heimatverbundene Linner Bürger die
Initiative zu einem Neuanfang ergriffen. So liegt die Organisation der
Veranstaltung bei dem gemeinnützigen Verein "Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt".
Das Anliegen der Arbeitsgemeinschaft ist es, handwerkliche Traditionen durch
Demonstration lebendig zu erhalten. So konnten sich auch Begrifflichkeiten wie
"Rösten", "Trocknen", "Boken", "Brechen" oder "Hecheln", wie die Schritte
zwischen Flachsanbau und dem Spinnen des Leinengarnes heißen, in unsere Zeit
hinüber retten. Und wenn Sie der breiten Öffentlichkeit auch nur einmal im Jahr
begegnen - beim Flachsmarkt in Linn.