Fabelwesen wie aus „einem Guss“


Schon vor tausenden Jahren nutzten die Menschen Filzstoff für die Herstellung von Kleidung, Zelten und Teppichen. Aus gutem Grund: Filz verfügt über herausragende Materialeigenschaften, er ist robust und widerstandsfähig sowie hitze- und kälteisolierend. Doch Filz kann noch mehr, findet Erika Zoubkov. Er fördert die Kreativität und beflügelt die Fantasie. Das demonstriert die Filz-Künstlerin von Samstag, 8., bis Montag, 10. Juni, auf dem Krefelder Flachsmarkt. Dort verwandelt sie den Wollstoff in Objekte, die echtem Obst und Gemüse zum Verwechseln ähnlichsehen, gestaltet zudem Engel-, Elfen- und Nixenfiguren.

Schon von klein auf hat die 44-Jährige aus dem württembergischen Dachsberg gerne mit ihren Händen gearbeitet und gestaltet: Bis heute liebt sie den Werkstoff Holz, nicht zuletzt wegen seiner Vielseitigkeit. Doch Schafwolle und ihre Beschaffenheit haben bei Zoubkov einen ganz besonderen Stellenwert. „Die Elastizität und Wandlungsfähigkeit von Wolle bringen mich auch heute noch immer zum Staunen“, sagt die dreifache Mutter. Ihrer Fantasie und Kreativität seien keine Grenzen gesetzt, die Gestaltungsmöglichkeit des Materials sei nahezu unerschöpflich.

Bereits im Jahr 2003 hat Erika Zoubkov begonnen, Märchenfiguren und Fabelwesen aus Filz zu fertigen. Die nötige Technik dazu hatte sie sich selbst angeeignet. Die Herausforderung: Das Werkstück „aus einem Guss“ und ohne einen einzigen Fadenstich zu gestalten. „Mit der richtigen Technik ist mir das gelungen“, so die Filz-Künstlerin.

Erika Zoubkov haucht nicht nur Engeln, Elfen und Nixen Leben ein, sondern legt auch Bilder aus Wolle. Ihre Finger nutzt sie als Pinselwerkzeug, mit dem sie Schicht für Schicht die „Farbe“ aufträgt, um so die Struktur des Bildes herauszuarbeiten. Wie echt und lebendig ihre „Wollbilder“ wirken, zeigt die Vermutung vieler Betrachter. „Sie glauben, die Bilder sind mit Acryl gemalt“, sagt Erika Zoubkov. So klingt für sie das schönste Kompliment für ihre Arbeit.